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 Kapitel 4 (Lili/Lena)

So, Fabi und Jo waren jetzt da.
Aber dadurch wusste ich immer
noch nicht, warum sie gestern nicht
da gewesen waren. Sie wollten schon
gehen. „Fabi, kann ich mal mit dir reden?“,
fragte ich ihn. Jo und Julie waren schon
aus der Tür. Fabi nickte leicht. Ich stand
auf und lief zu ihm. „Komm, wir gehen in
den Park.“, meinte ich. Fabi erklärte Jo
noch eben, dass er nachkommen würde
und dann gingen wir in den Park hinter
dem Krankenhaus. Ich steuerte eine Bank
an und Fabi setzte sich neben mich.
„Warum wart ihr gestern nicht da?“,
ragte ich nach einiger Zeit leise. „Wir
hatten ein dummes Interview. Eigentlich
wollten wir ja kommen, aber unser Produzent
hat es nicht erlaubt.“, meinte Fabi. „Oh.“,
machte ich. „Du bist aber nicht sauer oder?“,
fragte er sofort. Ich schüttelte leicht mit dem Kopf.
„Nur enttäuscht.“, sagte ich. „Hach, das ist
ja genauso schlimm.“, fluchte Fabi und fuhr
sich mit der Hand übers Gesicht. „Es tut mir
Leid. Aber mein Produzent, beziehungsweise
unser Produzent, ist halt so scheiße, den
interessiert es nicht, ob du mit uns befreundet
bist oder so den interessieren nur Zahlen und
zwar Geldbeträge. Da kann ich auch nichts für.
Ich wäre auch lieber bei dir gewesen und hätte
nachgeschaut, wie es dir geht, als da in dem
stickigen Raum zu sitzen und das Interview zu
geben.“, erklärte Fabi. „Ja, ist ja schon verziehen.“,
meinte ich. Er lächelte leicht. „Und wann kommst du
wieder vorbei, wenn du jetzt gehst? Ich hab schon Angst,
dass, wenn ich dich jetzt gehen lasse, du erst in ein paar
Monaten wieder da bist oder gar nicht mehr kommst.“, fragte
ich. Er lachte leise. „Na ja, das könnte schon so ein
paar Wochen dauern.“, meinte er dann. „Aber du
hattest versprochen, jeden Tag zu kommen.“, maulte
ich. „Ja, da kann ich ja auch nichts dafür. Mein
Job funkt halt dazwischen. Nicht, dass du nicht
wichtiger wärst, als mein Job, aber den kann ich
auch schnell verlieren und die anderen sehen
das nicht ganz so locker, wie ich.“, erklärte er. „Na,
gut. Da kann man auch nichts machen. Wann
gehst du denn?“, fragte ich. Er schaute auf seine
Uhr. „Ei, ei, ei! Ich bin schon wieder zu spät
zur Probe. Tut mir leid, ich muss jetzt flitzen.“,
sagte er hastig und stand auf. „He, nicht so schnell,
sonst kriegste’ noch einen Herzinfakt.“, lachte ich
und stand auch auf. „Ja, ja. Schon klar. Tschüss,
ich muss jetzt wirklich. Die machen mir die Hölle
heiß!“, meinte Fabi, drückte mir einen Kuss auf
den Mund und rannte dann los. Ich lief wieder zu
meinem Zimmer. Auf dem Weg fuhr ich mir immer
wieder über die Lippen. Was war denn das gewesen?
Er hatte mich geküsst! Ich war total durch den
Wind und lief fast am Zimmer vorbei.
Ich legte mich auf mein Bett und dachte nach.
„Na, wo bist du denn gerade mit deinen
Gedanken?“, fragte Maria. „Hach, ich bin
total durcheinander.“, meinte ich. „Aha,
und warum?“, fragte sie. „Fabi hat mich
geküsst.“, murmelte ich. „Ah, ist doch schön,
oder?“, fragte sie. „Ja, eigentlich schon, aber
ich weiß nicht…“, schmunzelte ich. „Schlaf
am besten ein wenig. Dann kannst du vielleicht
auf andere Gedanken kommen.“, schlug sie vor.
„Ja, gute Idee.“, meinte ich leise und schloss
die Augen. Aber ich konnte gar nicht einschlafen,
weil das Telefon klingelte. Maria nahm ab. „Ja, die
ist wieder hier. Oh, ok. Ich geb’ sie dir.“, sagte sie und
reichte mir dann den Hörer. Ich nahm ihn an. „Hallo?“,
fragte ich. „Lili! Hier ist Jo! Julie und Jessy hatten einen
Autounfall und Fabi ist nicht zur Probe erschienen!“,
rief er total außer sich. „Was?!“, schrie ich. „Ja, Julie
und Jessy geht es einigermaßen gut. Jessy hat ein
paar Schürfwunden, nichts schlimmes, und Julie
hat eine Platzwunde an der Stirn. Die wird genäht
und dann kann sie wieder nach Hause. Aber ich hab
Schiss wegen Fabi. Er war doch noch bei dir. Wo
ist er dann hin?“, fragte er. „Er hat was von
Proben gesagt und, dass ihr ihm die Hölle
heiß macht.“, meinte ich. „Ah, scheiße! Er
ist aber nicht da!“, meinte Jo. „Weißt du
was? Ich ruf ihn jetzt an!“, sagte Jo. „Tschau.
Ich meld mich, wenn ich was Neues weiß. Ach
ja, und meld du dich auch mal, falls er
auftaucht. Meine Nummer schick ich dir.
Ich frag einfach Julie nach deiner. Bis
später.“ Und schon hatte er aufgelegt.
„Scheiße!“, wisperte ich. Mein Handy
piepste und ich hatte eine Sms von
Julie bekommen.

Jos Nummer ist: 01798347226.
Und ruf mich mal an!

Ok, jetzt hatte ich wenigstens die
Nummer. Dann rief ich Julie an. „Hey, was
gibt’s?“, fragte ich. „Och, nichts eigentlich.
Ich hab’ dich nur mit Fabi im Park
gesehen und auch seinen Abgang.“, kicherte
sie. „Eh…“, stotterte ich. „Ja, ich hab
ALLES gesehen.“, kicherte sie. „Also, wo ist
Fabi hin?“, fragte sie. „Was weiß ich? Der
wollte zum Proben gehen. Ist da aber nicht
aufgetaucht.“, meinte ich. „Machst du dir
Sorgen?“, fragte sie und zog das letzte Wort
extralang. „Ja, man!“, motzte ich. „Willst du vielleicht
auf seinem Handy anrufen?“, fragte Julie. „He?
Ehm, ja.“, stotterte ich. „Ok, dann schick ich dir seine
Nummer… Warte…“ In dem Moment ging die Tür auf
und Fabi stolperte herein. „Warte…“, sagte ich zu
Julie und legte auf. Fabi kam zu mir und ließ sich
auf den Stuhl neben dem Bett fallen. „Du weißt
schon, dass alle dich suchen?“, bemerkte ich.
Er nickte schnell. „Und was machst du jetzt hier?“,
fragte ich. „Ehm… Weiß ich nicht. Kam halt so.
Ehm, Lili. Ich bin gerade einem Arzt über den
Weg gelaufen und der meinte, du dürftest heute
schon raus. Kommst du mit zu mir?“, fragte Fabi.
„Aber ich weiß nicht, ob ich bei euch bleiben darf.“,
sagte ich und sah zu Maria, die ihren Koffer packte.
„Wenn du da bleiben möchtest, kann ich auch
mal gucken, ob das geht.“, meinte diese.
„Mal schaun’. Kannste’ ja mal schauen was du
da machen kannst. Das heißt aber nicht, dass ich
unbedingt da bleibe.“, sagte ich. Fabi packte
meine Sachen in meine Tasche und schulterte
sie. „Kommst du?“, fragte er. Ich stand seufzend
auf und zog mir Jacke und Schuhe an. Seine Drogen
möchte ich auch mal haben. >< .
Tja, jetzt watschelten wir also zu ihm nach Hause
und er grinste, wie ein Honigkuchenpferd. Na, wenn
er das unbedingt musste. „Ey, Fabi. Dein Bruder wird
dir gleich erstmal erleichtert um den Hals fallen, um
dich dann eigenhändig zu erwürgen.“, lachte ich.
„Ja, so wie immer, wenn ich mal wieder wie vom
Erdboden verschluckt bin.“, grinste er. Als wir in
einen Vorgarten traten, sprang die Tür
schon auf und Fabis älterer Bruder sprang
heraus und knuddelte ihn einmal durch.
„Ey, wie oft soll ich noch sagen, dass du nicht
so was machen sollst? Ich hab mir Sorgen
gemacht!“, meinte Jo vorwurfsvoll und knuddelte
sein kleines Anhängsel noch einmal durch.
Na bravo. Wenn das jetzt jeden Tag so gehen
würde, dann gute Nacht. Jo stürmte ins Haus
und Fabi schluckte. „Da will ich jetzt nicht
rein gehen.“, sagte er. „Wieso?“, fragte ich
grinsend. „Na ja, schon mal in die Höhle
eines Löwen gewagt?“, fragte er. „Ehm,
nö. Hatte noch nicht die Gelegenheit.“, sagte
ich. „Die hast du jetzt. Nimm bitte eben
mein Testament auf. Jo bekommt nichts und
alles andere wird unter dir, meiner Mutter,
meinem Regenwurm und meiner Stubenfliege
aufgeteilt.“, sagte Fabi keck. „Ok, merk ich mir.“,
lachte ich. Fabi gab mir meine Tasche. „Bevor
er sie zerfetzt.“, sagte er. Dann trat er ins Haus.
Ich war noch draußen, da hörte ich ihn schon
schreien. „Ui, das wird lustig.“, kicherte ich
und betrat das Haus. Fabi rannte gerade an
mir vorbei vom Wohnzimmer in die Küche, um
kurz darauf etwas weiter hinten im Flur, aus dem
Esszimmer ins Büro zu stürmen und Jo war ihm
steht’s auf den Fersen. So rannten sie ihre an
die 20 Runden, bis Fabi sich hinter mir versteckte.
„Du kleines Würstchen, komm her!“, zischte Jo.
„Ich denk gar nicht dran.“, meinte Fabi keck.
Hinter uns ging die Haustür auf und eine Frau
betrat das Haus. „Och ne. Schon wieder?“, fragte
sie sofort. „Er will mir wehtun!“, maulte Fabi.
„Jo, lass deinen Bruder in Frieden.“, mahnte
die Frau. „Keine Lust.“, gab Jo nur von sich.
„Tut mir Leid, Fabi.“, sagte sie dann und
verschwand in der Küche. Fabi schluckte.
„Oh, oh.“, entfuhr es ihm noch einmal und
dann flitzte er schnell die Treppe hoch. Jo
ihm kurz darauf hinterher. Kurz darauf hörte
man nur noch Gekreische seitens Fabi und ich
wollte dann doch einmal überprüfen, ob Jo ihn
auch ganz ließ. Fabi lag in seinem Zimmer auf
seinem Bett und keuchte. Er war krebsrot im
Gesicht und Jo verließ gerade Fabis Reich.
Ich stellte meine Tasche ab und setzte mich
zu Fabi aufs Bett. „Na, was hat er gemacht?“,
fragte ich. „Gekitzelt. Wie immer.“, sagte Fabi
keuchend. Dann richtete er sich auf und drückte
kurz seine Lippen auf meine. Ich war wieder total
durch den Wind und Fabi verließ den Raum, um zu
duschen. Mein Handy klingelte und ich nahm ab.
„Hallo?“, fragte ich. „Hey! Hier ist Julie! Fabi ist wieder
da, hat Jo mir erzählt.“, meinte sie. „Ja, ist er.“, sagte
ich. „Ah, und wo bist du?“, fragte sie. „Bei den Rabauken
zu Hause. In der „Höhle des Löwen“, wie Fabi es nannte.“,
sagte ich. „Aha. Na, was bist du denn so durch den Wind?“,
fragte sie keck. „Er hat mich schon wieder geküsst.“

 

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