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Kapitel 7 (Julie/Marina) 

„Aber ein bisschen traurig bin ich jetzt schon…“, meinte Jo.
Wir saßen in seinem Zimmer und quatschten. „Wieso?“,
fragte ich etwas überrascht. „Na ja… Fabi und Lili sind ja
jetzt zusammen so wie’s aussieht…“, sagte er. „Ja und?“,
ich blickte immer noch nicht ganz durch, „Das wollten wir
doch… na ja, jetzt haben sie’s halt ohne uns geschafft…“
– „Ja, eben!“ – „Hä?“, ich war echt verpeilt. „Na, sie
haben es eben ohne uns geschafft. Ich hätte da so
gerne nachgeholfen… weil er doch mein kleiner Bruder
ist… und der hatte noch nie eine…“ Ich musste lachen.
„Echt nicht?“, fragte ich glucksend. „Ne, echt nicht“, gab
mir Jo als Antwort und musste auch grinsen. „Na, dann
ist ja alles gut…“, meinte ich, stockte aber dann. Ich
hatte schon wieder geredet ohne vorher nachzudenken.
Es war eben nicht alles gut. Zumindest bei mir nicht. Ich
wollte aber nicht länger darüber nachdenken und so
schluckte ich meine Trauer herunter und sah zu Jo.
Dieser sah mich nachdenklich an. „Sag mal…“, fing
er an und kam damit auf das Thema zu sprechen,
wo ich mich gezwungen hatte, nicht weiter drüber
nachzudenken, „Was ist jetzt eigentlich mit deiner
Familie und dir?“ Ich schluckte. Dann sah ich Jo in
die Augen und erzählte: „Keine Ahnung, ich hab mich
bis jetzt geweigert mit meiner M… - mit Sabine oder so
zu reden…“ „Aber irgendwann musst du es doch machen“,
sagte er sanft. „Ja, schon, aber ich kann das einfach
nicht…“, ich merkte wie mir wieder Tränen in die Augen
stiegen. Aber ich wollte nicht schon wieder heulen. Nicht
schon wieder wegen diesem Thema und nicht schon
wieder vor Jo. Er musste ganz schön genervt von mir
sein. Also biss ich mir auf die Lippen und verdrängte
die Tränen. „Julie?“, er schaute mich mitfühlend an,
„Du musst deine Tränen jetzt nicht verdrängen, ich
glaube, ich würde in so einer Situation auch heulen…“
– „Wirklich?“, ich sah zu ihm auf. Er nickte kurz. Diese
Seite kannte ich ja noch gar nicht von Jo. Sonst gab er
sich nach außen hin immer so cool und selbstbewusst.
Oder war das nur dieses Rockstar-Image? Dass man
aufgedrückt bekommt, wenn man mal ein bisschen
berühmt ist?
Er nahm mich in seine Arme und ich legte meinen
Kopf auf seine Schulter. Es tat gut, wenn man in so
einer Situation einfach jemanden zum Anlehnen hat.

Ich bemerkte, wie sich etwas neben mir regte. „Oh,
sorry, ich wollte dich nicht wecken“, meinte Jo, als ich
die Augen aufschlug. „Schon passiert“, entgegnete ich
lachend. Er stand auf, gähnte und streckte sich. „Oh
Gott wir haben 3 Stunden geschlafen“, bemerkte ich
mit einem Blick auf Jo’s Wecker. „Ja, ich hätte ja auch
noch weiter geschlafen“, sagte er, „Aber dann hat mein
Handy in der Hosentasche vibriert… SMS von Mäx“
„Und?“, fragte ich neugierig, setzte mich dann auch
auf’s Bett. „Er fragt, ob wir uns mal wieder treffen
könnten. Kannst ja mitkommen“, sagte er, als ob
er meine Gedanken lesen könnte. „Ja klar, das wär’
echt cool“, meinte ich. „Okay, ich schreib’ schnell
zurück… Oder besser, ich ruf’ mal kurz an“
Er wählte die Nummer und wartete. „Ja, Hi Mäx, ich
bin’s … Ja, hab’ ich bekommen. Wann haste denn Zeit?
… Okay, das ist gut. Am Skaterplatz? … Ja, okay. Super,
dann bis später. … Ciao – ach, Mäx, wart’ mal … Ich
bring’ noch jemanden mit, okay? … Ok, also bis dann.
Tschüss“
Ich sah ihn die ganze Zeit an, und als er auflegte,
grinste er mich auch an. Keine Ahnung, wie lange wir
uns so ansahen, und als jemand an die Tür klopfte,
erschrak ich. „Ja?“, rief Jo. Fabi betrat den Raum. „Oh,
hey, auch schon wach“, grinste er. „Wie?“, fragte ich.
„Och, nur so… weil ihr vorhin so süß Arm in Arm
geschlafen habt…“, er grinste immer noch und ich
wollte nicht wissen, was er gerade dachte. Ich sah
zu Boden. Das war alles ein bisschen peinlich, glaub’
ich. „Ja, Fabi, ist egal“, übernahm nun Jo das Wort,
„Sag mal, willst du mitkommen zum Skaterplatz? Da
kommen Schlagi, Mäx und Dave“ – „Ja, klar. Kann Lili
da auch mit?“, fragte Fabi. „Wo kann ich auch mit?“,
hörte ich die Stimme von Lili vor der Tür. „Zum
Skaterplatz“, rief ich zurück. „Klar kann ich da mit“,
lachte Lili, als sie den Raum betrat. „Wollte ich auch
gerade sagen“, meinte Fabi und nahm sie in die Arme.
Da haben sich ja zwei gefunden. Ich sah zu Jo, der
sich anscheinend auch das gleiche dachte, weil er breit
grinste. „Was?“, fragte Fabi ein bisschen genervt, als
er Jo’s Blick sah. „Och, nix, nix“, meinte er lachend,
„Also ihr Süßen, dann macht euch mal fertig, dass wir
da heute noch hinkommen“ Fabi sah ihn mit einem
gespielt missbilligendem Blick an und verließ zusammen
mit Lili das Zimmer.
„Oh man“, sagte ich und ließ mich auf das Bett fallen.
„Das Traumpaar des Jahres“, Jo jumpte neben mich
auf’s Bett. Er beugte sich leicht über mich und sah
mich an. Mensch, der Junge ist echt süß. Und diese
Augen…Er kam mir immer näher und… „Jo? Sind fertig!“
„Aah, fuck“, fluchte Jo leise, „Jaa, wir kommen“ Er nahm
mich bei der Hand und zusammen gingen wir die Treppe
runter.

Wir fuhren mit dem Bus nach Augsburg. Auf dem Weg
dorthin dachte ich immer wieder an vorhin, als Jo und
ich da so in seinem Zimmer lagen. Wollte er mich etwa
küssen? Mich, Julie? Irgendwie war das schwer zu
begreifen für mich, weil ich meine, er könnte doch
1000 andere/bessere haben. Also wieso ausgerechnet
mich? Okay, ich wusste ja nicht mal, ob er mich wirklich
küssen wollte. Mit diesen Gedanken folgte ich verträumt
den anderen.
Am Skaterplatz war schon der Rest, sprich, Schlagi,
Mäx und Dave, wo sich später herausstellte, dass er
Mäx’ kleiner Bruder ist. „Hey, ihr… vier“, begrüßte Mäx
uns. „Ja, Hi ihr drei“, grinste Jo und als wir uns alle
untereinender begrüßt und vorgestellt hatten, schaute
ich in die Runde. Jetzt kannte ich also schon alle vier
Killerpilze. Innerlich musste ich lächeln. Ein hysterischer
Fan bzw. Groupie würde jetzt ausflippen. Aber unter den
Umständen, wie ich die Halbig’s und vor allem Jo kennen
lernte, war das irgendwie etwas anderes. Da lernt man
die Jungs als Menschen kennen, und nicht als die
Rockstars. „Erde an Julie, können sie mich hören?“,
vernahm ich eine Stimme neben mir und bemerkte,
wie mir jemand mit der Hand vor dem Gesicht
herumwedelte. „Ähm, ja, sorry“, meinte ich nur.
„Mäx fragt, ob du auch skatest“, sagte Dave. „Nee,
nicht wirklich“, antwortete ich wahrheitsgemäß. „Ach
komm, probier doch mal, ist gar nicht so schwierig“,
Dave stand auf und zog mich an der Hand hoch.
Ich stellte mich also auf das Skateboard und anfangs
hat es mich natürlich ziemlich oft hingepackt, aber mit
der Zeit ging es besser und wir waren die ganze Zeit am
Lachen. Lili versuchte ihr Glück auf Mäx’ Skateboard, gab
aber nach kurzer Zeit wieder auf. Ein paar mal bemerkte
ich einen komischen Seitenblick von Jo, den ich nicht
deuten konnte. Am Ende traute ich mich sogar die
Halfpipe runter, aber als ich fast wieder oben war,
packe es mich doch hin.
Ich weiß nicht, wie viele blaue Flecken ich mir da heute
geholte hatte, aber es machte trotzdem riesigen Spaß.
Und mit Dave verstand ich mich auch super. Irgendwie
hatte er was, das ich bis jetzt von Jungs noch nicht
kannte.
Irgendwann wurde es langsam dunkel, ich merkte gar
nicht, wie die Zeit verging, und wir mussten alle nach
Hause. Ich verabschiedete mich von den Jungs, und
ich merkte, dass Jo irgendwie anders war. Er wirkte
irgendwie sauer auf mich, aber ich konnte mir beim
besten Willen nicht erklären, warum. Etwas nachdenklich,
was das sollte, ging ich Richtung Zuhause. Wenn man
das noch so nennen konnte. Was sollte ich denn bei
Leuten, mit denen ich eigentlich normal gar nichts zu
tun hätte? Die ganze Geschichte kam wieder hoch,
jetzt, wo ich allein war.
Daheim verschwand ich sofort in meinem Zimmer,
Sabine wollte noch mit mir reden, das wusste ich, aber
ich wollte nicht. Als Jessy kurz ins Zimmer kam, um mich
zum Essen zu holen, sagte ich, dass ich keinen Hunger
hatte. Sie schaute mich traurig an. Es tat mir echt leid
um sie. Sie konnte ja nichts dafür. Aber was soll’s.
Weil ich vom Skaten ziemlich müde war, machte ich
mich bettfertig und schlief auch nach kurzer Zeit ein.




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